Obwohl Photovoltaik ebenso wie Solarsysteme für die Warmwasserbereitung die Sonneneinstrahlung zur Energiegewinnung nutzt, unterscheiden sich die Systeme sowohl technisch als auch in Planung und Betrieb voneinander. Während bei thermischen Solaranlagen die in den Kollektoren gewonnene Wärme hydraulisch über ein Wärmeträgermedium abtransportiert wird, entsteht im Solarmodul elektrische Energie direkt in der Solarzelle. Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird jeder Hausbesitzer zu einem Stromerzeuger: Module aufs Dach, Leitungen zusammenstecken, Wechselrichter anschließen, fertig.
Prinzipiell arbeitet eine netzgekoppelte Solarstromanlage in drei Schritten:
1. Energiegewinnung:
Die Solarzellen im Solargenerator erzeugen auf direktem Weg elektrische Energie aus dem auftreffenden Licht. Es handelt sich dabei um Gleichstrom, wie er auch aus Batterien entnommen werden kann.
2. Stromwandlung:
Der vom Solargenerator erzeugte Gleichstrom wird anschließend vom Wechselrichter (häufig auch als Netzeinspeisegerät (NEG) bezeichnet) in netzkonformen Wechselstrom (230 Volt Wechselspannung) umgewandelt. Geprüfte Sicherheitsstandards und ausgereifte Prozessortechnik sowie Leistungselektronik der neuesten Generation sorgen für eine effektive Nutzung der Sonneneinstrahlung.
3. Energienutzung:
Im Gegensatz zu „Inselanlagen“, bei denen der Solarstrom in Akkumulatoren gespeichert werden muss, speisen netzgekoppelte Solaranlagen die gewonnene Energie in das öffentliche Stromnetz ein. Für die Einspeisung ins Netz wird ein separater Stromzähler eingerichtet. Die erzeugte Energie wird vom Netzbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Eine PV-Anlage von 2,64 kWp erzeugt je nach Standort, Ausrichtung und Neigung ca. 2000 bis 2300 kWh Strom jährlich. Das entspricht ca. 57 bis 66% des Strombedarfs eines durchschnittlichen 4-Personenhaushaltes bzw. einer Umweltentlastung durch CO2-Minderung von ca. 2100 kg/Jahr. Denn im bundesdeutschen Kraftwerksmix werden pro erzeugter Kilowattstunde Strom etwa 0,59 kg des Treibhausgases CO2 ausgestoßen.
Die erzeugte Solarstrommenge muss nicht auf den individuellen Strombedarf abgestimmt sein. Vitovolt Anlagen können den individuellen Wünschen entsprechend ausgelegt werden. Ein Kriterium bei der Dimensionierung ist die zur Verfügung stehende Dachfläche.
Die Vergütung des Solar erzeugten Stroms wird durch das EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) geregelt. Für eine garantierte Laufzeit von 20 Jahren plus Rest des Jahres der Inbetriebnahme werden hohe Erstattungen gezahlt. Der Strom für den Eigenbedarf wird wie bisher von einem Energieversorger zum üblichen Stromtarif bezogen. Die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Verbrauchstarif sowie öffentliche Darlehensprogramme helfen so bei der Finanzierung einer Photovoltaik- Anlage. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von regionalen Fördermöglichkeiten.